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Nichts für Menschen mit Raumangst

am . Veröffentlicht in Feuerwehr

Letzte Station der Atemschutzübungsstrecke: die RöhreAtemschutzträger der Feuerwehr absolvierten jährliche Übung in der Atemschutzübungsanlage

Es mag für manchen kein angenehmer Gedanke sein, sich in Dunkelheit kriechend durch ein aus engen Gängen bestehendes Labyrinth zu zwängen. Die Atemschutzträger der Feuerwehr Piflas erleben diese Situation jedes Jahr in der Atemschutzübungsanlage der Feuerwehr Landshut. Ausgerüstet mit Schutzkleidung, Helm und schwerem Atemschutzgerät bewegen sie sich auf allen Vieren durch die Anlage.


Bevor die Feuerwehrleute den Parcours absolvieren dürfen, werden oft geübte Handgriffe durchgeführt. Der Sitz der Schutzkleidung wird kontrolliert und eine 11 kg schwere Atemluftflasche auf den Rücken geschnallt. Darin ist komprimierte Atemluft enthalten, die den Träger ca. eine halbe Stunde mit Luft versorgen kann. Routiniert setzen sich die Teilnehmer die Atemschutzmaske auf, die absolut dicht sitzen muss: Im Einsatzfall schützt sie die Feuerwehrleute vor giftigen Rauchgasen. Nachdem der Helm aufgesetzt ist, kontrollieren sich die Trupps noch einmal gegenseitig - Sicherheit ist oberstes Gebot.

In Dreiergruppen wird die Anlage durchlaufen. Als Erstes wird durch eine kleine Luke in einen engen Raum eingestiegen, der kaum zwei Menschen Platz bietet. Dies ist mit der sperrigen Luftflasche auf dem Rücken nicht einfach zu lösen. Danach geht es durch ein dunkles Labyrinth aus Drahtgittern, in dem die Feuerwehrleute verschiedene Hindernisse überwinden müssen. Oftmals ist eine Öffnung nicht mehr als 40x60 cm groß, dann kommt es auf die Zusammenarbeit unter den Kameraden an: die Atemluftflasche wird abgenommen und die Engstelle robbend im Team passiert. Mit Wärmestrahlern und eingespielten Geräuschen soll die Situation möglichst einsatznah dargestellt werden. Realistisch ist auch das eingeschränkte Sichtfeld durch das kleine Fenster der Maske. Dennoch schaffen es die Frauen und Männer, sich mit Handlampen im dunklen Raum zu orientieren und den Ausgang zu finden.

Enger Tank, kaum Platz für zwei Personen Eine Engstelle in der Übungsanlage
Eine Engstelle in der Übungsanlage Eine Engstelle in der Übungsanlage
Durchstiegsluke in der Anlage Eine Engstelle in der Übungsanlage


Nach einer Viertelstunde sind die 60 m in der Übungsanlage geschafft, aber der anstrengendste Teil liegt noch vor den Übenden. Im Nebenraum warten die Endlosleiter, das Fahrrad und das Laufband. Die Endlosleiter simuliert das Steigen auf eine 30m hohe Leiter, was mit der schweren Ausrüstung und der eingeschränkten Atemmöglichkeit enorme Anstrengung abverlangt. Das Laufband und das Fahrradfahren auf dem Ergometer werden dagegen von den meisten Feuerwehrleuten im Vergleich dazu als nicht so anstrengend empfunden.

Das Laufband - Belastungstest mit voller Ausrüstung Das Fahrradergometer - Belastungstest mit voller Ausrüstung Die Endlosleiter - enormer Belastungstest mit voller Ausrüstung

Die Motivation für diese Tortur: ständiges Training, um als Atemschutzträger im Ernstfall Leben retten zu können. Der jährliche Besuch der Anlage, die Absolvierung von mindestens einer Einsatzübung sowie eine turnusmäßige arbeitsmedizinische Untersuchung sind die Voraussetzung dafür, dass die Feuerwehrleute die Berechtigung aufrecht erhalten, mit Atemschutzgeräten umgehen zu dürfen. "Die regelmäßige Handhabung und Übung mit den Geräten ist sehr wichtig, denn schließlich hängt daran nicht nur das Leben der Geretteten, sondern in erster Linie das des Feuerwehrmannes.", so Kommandant Hubert Krimmel.

Nach 30 Minuten Anstrengung und 1700 Litern verbrauchter Atemluft melden sich die erschöpften Übungsteilnehmer bei der Sanitäterin. Diese misst vor und nach der Kriechstrecke Blutdruck und Puls. Zusätzlich werden die Teilnehmer beim Durchlauf der Anlage und beim Belastungstest vom Personal der Übungsstrecke überwacht, das im Notfall jederzeit eingreifen kann. Denn bei einer Übung ist ein Fehler verzeihlich - im Ernstfall aber muss alles klappen.

Anmerkung der Internet-Redaktion: Sollten Sie sich noch nicht fit genug für den Job als Atemschutzgeräteträger fühlen, so können Sie trotzdem Ihre Feuerwehr unterstützen. Wie das geht, erfahren Sie hier.


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Piflas ist ein Ortsteil des Marktes Ergolding und grenzt unmittelbar an die niederbayerische Bezirkshauptstadt Landshut.

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